Sonntag, 10. April 2011

Shanghai Baby!!!

Wir erreichten Shanghai Freitagnacht. Unsere Ersten Eindrücke bestanden eigentlich nur aus Flughafen, Metro und Hostel. Das Hostel war erstaunlich günstig, angenehm komfortabel und zusätzlich auch noch sehr zentral gelegen. Nach einem Absacker in der Hostel-Bar ging es dann aber auch „früh“ ins Bett, denn wir wollten die kommenden Tage effektiv nutzen und uns früh auf Erkundungstour begeben.

Den Samstag starteten wir mit American Breakfast, unglaublich aber wahr. Toast, Spiegeleier, Speck und Kaffee. Nach 6 Wochen China unser erstes ordentliches Frühstück; ein Traum! Im Anschluss ging es dann hinein in das Gewusel von Shanghai, doch leider spielte das Wetter nur bedingt mit, diesig verhangender Himmel und gerade mal 10°C.

Vor der Skyline von Pudong
Die erste Station des Tages war der Peoples’s Square, eine großes Areal im Herzen von Shanghai. Hier befinden sich das Shanghai Museum, die Oper und eine Parkanlage. Danach ging es dann zum berühmten „Bund“. Dies ist die weltberühmte Uferpromenade am Huangpu-River. Hier stehen viele Gebäude aus der Kolonialzeit. Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich der Stadtteil Pudong mit seinen Symbolen der Wirtschaftsmacht, Hotels, Banken und Büros. Am beeindruckendsten sind sicherlich der Pearl-TV Tower, der JinMao-Tower und das Shanghai World Financial Center mit einer unglaublichen Höhe von 492m. Allerdings konnten wir von dieser eindrucksvollen Kulisse kaum etwas erkennen, da ein undurchdringlicher Nebel über der gesamten Stadt hing. Natürlich haben wir uns dann in Shanghai auch noch mal so richtig nappen lassen. Laut Reiseführer wurde uns der Exhibition Tunnel als schnellste Variante empfohlen, um auf die andere Seite nach Pudong zu kommen. Das war an sich auch nicht gelogen, doch die Versprechungen welche am Ticketschalter gemacht wurden; tolle Ausstellung Licht und Videoeffekte, waren nicht mal annähernd die 5 € Gebühr wert. Naja so ist das halt in China, alles kostet Geld und wenn man nicht aufpasst wird man direkt abgezockt. Auf der anderen Seite angekommen wandelten wir zwischen den von Wolken und Nebel verhangenen Skyscrapern des Finanzdistriktes. Highlight dieses Erkundungstrips war die Entdeckung eines großen unterirdischen Apple-Stores. Danach war es uns dann aber auch genug des Herumlaufens und mit schmerzenden Füßen machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Hostel.

Shanghai WFC und JinMao Tower verschinden in den Wolken
Der Bund in der Nacht


Keno legte sich dann auch, brav wie er ist, schlafen, ich endschied mich doch noch mit den anderen mit zu gehen und das Nachtleben zu erkunden. Wir landeten in einem Club der Phebe hieß. Für 100 Kuay Eintritt konnte man dann den ganzen Abend an einer speziellen Bar kostenlose Drinks bekommen. Dumm war nur das man dafür immer durch den gesamten Club laufen musste was bei dem Gedränge in chinesischen Discotheken echt nervig ist. In der Regel landet dann die Hälfte des Drinks auf dem Ärmel. Der Club selber war eher eine große Bar. Eine Tanzfläche vermisse man und alles war mit Tischen zugestellt. In Shanghai muss man keine 2 Meter durch den Club laufen um Westler zu sehen. Im Vergleich zu Qingdao ist die Stadt überrannt. Demnach waren wir in hier auch nichts besonderes mehr :P. An dieser Stelle sei erwähnt das wir in Qingdao nie etwas für unsere Drinks im Yechao(unsere Stammdisco) bezahlen müssen sondern immer! Vom Clubmanager empfangen werden und entweder Freidrinks oder ganze Flschen an unseren Tisch bekommen. Durch Westler steigt der Ruf eines Clubs und wirkt dadurch attraktiver auf die Chinesen, so dass die Umsätze steigen. Am frühen morgen ging es dann wieder ins Hostel. Da ich keine Lust auf das Museum und den Tempel hatte (Tempel gab es in Beijing genug und Tibet kommt ja auch noch :P) freute ich mich das ich nicht in den frühen Morgenstunden los musste.

Das Museum ist einem Bronzegefäß "ding" nachempfunden
Der Sonntag versprach ein schöner Tag zu werden. Da Marvin den Vorabend in der Disco verbracht hat, machte ich mich mit zwei Mitstreiterinnen auf den Weg ins Shanghai Museum, Sonntags ist dort freier Eintritt. Fazit des Besuchs: für Umsonst ok...mehr aber eigentlich auch nicht. Im Anschluss ging es dann zum Jing’an Tempel, ein buddhistischer Tempel der Ahnenverehrung, in dem für Glück und Wohlstand gebetet wird. Der Tempel wurde für die EXPO aufgehübscht und machte ehr den Eindruck einer Touristenattraktion. Im Inneren beteten viele Menschen und verbrannten tonnenweise Räucherstäbchen, dass mir die Augen tränten. Ich schloss mich diesem Brauch an und kaufte einige Räucherstäbchen um diese im Andenken zu verbrennen. Im Anschluss wurden wir dann noch Zeugen eines buddhistischen Rituals, bei dem eine ganze Gruppe von Mönchen heilige Texte in einem eigentümlichen Singsang rezitieren, ein sehr spirituelles Erlebnis für mich. Nach dieser tollen Erfahrung ging es dann noch zum Fakemarket, der, im Vergleich zu dem in Qingdao, wirklich einiges zu bieten. Danach war dann mal wieder nicht wirklich was mit uns anzufangen da wir einfach viel zu erschöpft vom ganzen Umhergelaufe waren.

Jing'an Tempel
Für mich (Marvin) ging es hingegen auf den Fake Market. Shanghai ist in dieser Hinsicht dann doch was ganz anderes als Qingdao. Wir waren den ganzen Tag in 2 verschiedenen Märkten unterwegs. Einer größer als der andere. Resümee: Ein Gürtel, eine weitere Uhr, ein Shirts, ein Hemd, ein weiteres Paar Chucks, 2 Sonnenbrillen, diverse DVDs, ein Holland!-Trikot, ein Paar Socken, einen Ring und etwas Unterwäsche. Schon faszinierend wenn man bedenkt, dass ich  ca. 100 Euro ausgeben habe, glaube wenn ich zurück in Deutschland bin werde ich mich des Öfteren über die Preise aufregen.

Am Montag ging es dann in die Altstadt und die Yu-Yuan Gärten. Dort findet man eine alte Parkanlage die dem eigentlichen Charakter Shanghais überhaupt nicht entspricht. Angelegte Wasserkanäle, Gebäude die dem alten, traditionellen chinesischen Baustil nachempfunden sind und ein Hauch von unberührter Natur. Wir waren schon wirklich früh im Park, da wir befürchteten, dass es sonst zu voll werden würde, jedoch dachten sich das auch die meisten Chinesen, so dass es schon am frühen Morgen ein Gewusel und Gedrängel war. In den Gärten wurde es dann aber ein wenig ruhiger, was wohl am Eintritt lag.

Wie Seifenblasen "gros" und "klein" faszinieren können...
Nach den Gärten teilte sich die Gruppe, Keno ging mit ein paar anderen ins Hotel. Ich ging mit Nick noch mal in den Fakemarket und danach zum Bund um noch ein paar Bilder von der Skyline Shanghais zu schießen. Im Anschluss ging es dann noch mal in einen Club. Diesmal sollte es ins M2 gehen. Matthias feierte dort in seinen Geburtstag hinein. Es ist einer der bekannteren Clubs in Shanghai und gleicht den europäischen Clubs. Allerdings war es hier auch viel zu voll. Man konnte nicht durch den Club laufen ohne sich an anderen Menschen vorbei zu quetschen. Die Musik war aber ganz gut und für 100 Kuay bekam man 10 Gutscheine für Drinks, ein fairer Preis ;)

Die Skyline in der Nacht
Am Dienstag wurde dann ausgeschlafen und im Anschluss die Zimmer ausgeräumt. Danach gingen wir noch mal zum Bund und nach Pudong. Da das Wetter wirklich klasse war gingen wir zum Shanghai World Financial Center. Bis 2009 war es das größte Gebäude der Welt. Für 150 Kuay konnte man in die 100. Etage fahren, die einen unglaublichen Blick auf die gesamte Stadt bot. Mit sage und schreibe 8 Metern pro Sekunde rausche der Fahrstuhl in die Höhe. In der 97. Etage stoppte er dann, dort hatten wir dann auch die Gelegenheit auf die Toilette zu gehen. Wer kann schon behaupten, dass er 470 Meter über dem Boden auf dem Klo war (ausgenommen im Flugzeug). In der 100. Etage gab dann den so genannten Skywalk, eine Aussichtsplattform in der man tolle Bilder machen konnte. Wir verbrachten über 1 Stunde im Gebäude, im Anschluss ging es dann noch mal an das Ufer von Pudong von dem man eine klasse Aussicht auf den Bund hatte. Dort setzen wir uns in das Paulaner und genossen auf der Terrasse das schöne Wetter. Das original Paulaner Hefeweizen und ein bayrisches Bretzel mit Leberwurst und Schmalz durften natürlich auch nicht fehlen. Abends ging dann unser Flieger zurück nach Qingdao. Nach einer abenteuerlichen Taxifahrt mit übelster Happy Hardcore Musik erreichten wir dann unser Appartement. Voller neuer Eindrücke und  Erinnerungen an eine beeindruckende Stadt legten wir uns in unsere harten Betten und schliefen auch schon bald ein.

Dieses Wochenende gab es eigentlich nichts Besonderes. Wir genossen den Alltag, waren feiern und mit chinesischen Freunden sowie den anderen Interns essen. Nächstes Wochenende steht an Laser-Game an. Ist ähnlich wie Paintball nur ohne Kugeln halt. Wird bestimmt gut, sind über 30 Mann die mitmachen, unter anderem auch der Clubmanager sowie das DJ-Team aus dem Yeacho. Des Weiteren finden auch die Extreme Sailing Series statt.

Bis dahin liebe Grüße aus China
Keno und Marvin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen